Teuer, aber günstiger als ein 250 GTO

24 Juli 2020 - auto motor sport

Teuer, aber günstiger als ein 250 GTO

Ein Ferrari 250 GT mit Rennhistorie steht zum Verkauf. Es handelt sich um die Stahlvariante mit den Vergasern der Rennversion.

Superlativ zu verkaufen: Der 250 GT SWB gilt als Meisterstück von Ferrari und Pininfarina. Die Kombination aus 2,40 Meter Radstand – 20 Zentimeter kürzer als beim Standard-250 GT – und Dreiliter-V12 gilt als besonders begehrenswerter Sportwagen. Mit rund 280 PS und 240 km/h Spitze ist er außerdem als eines der schnellsten Autos der 1960er-Jahre. Jetzt steht ein Auto mit Stahlkarosserie zum Verkauf.

Ferrari 250 GT SWB mit bewegtem Leben

Chassis Nummer 2563 GT wurde im April 1961 als 78. von 165 250 GT SWB gebaut. Der erste Besitzer, ein Italiener, übernahm das Auto am 15. Mai 1961. Der Erstbesitzer hatte die etwas größeren Vergaser der Rennversion bestellt. Die Karosserie war in dem Grauton Grigio Conchiglia lackiert, die Sitze mit dunkelrotem Conolly-Leder bezogen. Zwei Jahre später kauft ein Schweizer den Wagen, nimmt damit an mehreren Rennen teil und verkauft ihn im Jahr darauf wieder.

Der 250 GT SWB wird in die USA exportiert, kommt nach zehn Jahren wieder in die Schweiz zurück und erhält einen neuen Motor. Es folgen drei Besitzerwechsel, bis er 17 Jahre in den Händen eines Schweizer Sammlers bleibt, der das Auto mit einem Vaduzer Kennzeichen zulässt, an historischen Rennen teilnimmt und schließlich gegen einen 275 GTB/C eintauscht. Ein weiterer Schweizer Besitzer nimmt mit dem Auto an historischen Veranstaltungen teil, fährt unter anderem Le Mans Classic. 2006 wird das Auto nach Großbritannien verkauft. Zuletzt gehörte es einem Sammler. Den Preis verrät der Händler Auxietre & Schmidt nicht. Doch Classic Analytics ordnet den Preis für einen gepflegten 250 GT SWB mit Stahlkarosserie bei 6,375 bis 8,625 Millionen Euro ein.

Sechs bis acht Millionen sind sehr viel Geld. Doch ein Ferrari 250 GTO, der seltener gebaut wurde und als Ikone gilt, kostet noch einmal ein Vielfaches. Von einem Schnäppchen zu sprechen, wäre dennoch vermessen; 60er-Jahre-Ferrari gehören zu den teuersten Klassikern überhaupt.