Hamburger Jung mit Alfa-Optik und -Technik

14 Junio 2022 - auto motor sport

Hamburger Jung mit Alfa-Optik und -Technik

Die Hamburger Emilia Auto GmbH plant eine Restomod-Neuauflage der Alfa Romeo Giulia GT von 1963. Vom Original bleibt dabei jedoch kaum etwas übrig.

Die Geschichte von Alfa Romeo ist wahrlich nicht arm an legendären Produkten. Umso erstaunlicher deshalb, dass sich die Restomod-Szene bisher hauptsächlich auf nur ein Modell konzentriert: die Giulia GT, besser bekannt als Alfa Bertone. Eine Firma namens Alfaholics hat bereits 2020 eine Carbon-Neuauflage des kleinen Italo-Coupés präsentiert. Ein ähnliches Konzept verfolgt Totem Automobili – mit dem Unterschied, dass es deren Reinkarnation sowohl mit Benzinmotor als auch mit Elektroantrieb gibt.

Auf Oktan statt Ampere setzt auch das neueste Restomod-Projekt, das von Hamburg aus die Herzen solventer Alfa-Romeo-Fans erobern soll. Die Emilia Auto GmbH ist eigentlich spezialisiert auf den Handel mit historischen italienischen Sportwagen, will nun aber ihr erstes eigenes Auto an den Start bringen. Der Emilia GT Veloce wird gemeinsam mit dem Berliner Entwicklungs-Dienstleister VELA Performance GmbH konstruiert. Noch im zweiten Quartal 2022 soll ein fahrbereites Exemplar debütieren.

Alte Karosserie auf neuem Chassis
Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit jener der eingangs erwähnten Firmen. Als Basis wird immer eine originale Alfa Romeo Giulia GT verwendet, deren Karosserie in einem ersten Schritt komplett restauriert wird. Dabei bedienen sich die Hamburger vornehmlich bei späteren GT-Junior-Exemplaren, die häufiger verfügbar und damit auch günstiger zu beschaffen sind als Autos der seltenen und besonders stark gesuchten ersten Serie. Vielleicht tut es bei dieser Modellvariante nicht gar so sehr weh, dem historisch wertvollen Italiener die folgende Rundum-Modernisierung zu verpassen.

Bevor sie mit dem neuen Stahl-Spaceframe-Chassis samt Überrollbügel verheiratet werden kann, passt Emilia die Karosserie nämlich umfassend an. So bestehen alle Kotflügel und Schürzen sowie die Türen und Hauben aus Carbon. Übrig bleiben neben dem Dach auch die A-, B-, C-Säule – und damit laut Eigenaussage rund 70 Prozent der Original-Karosserie. Die Proportionen stimmen weitgehend mit jenen des Spenderautos überein – von der Tatsache abgesehen, dass die Neuauflage fast 30 Zentimeter breiter ist. Manche Karosserieteile hat Emilia aerodynamisch optimiert – beispielsweise den Heckdeckel, in den ein kleiner Spoiler-Bürzel modelliert wurde.

Motor aus der aktuellen Giulia QV
Dass die Motorhaube so stark ausgeformt ist, hat einen einfachen Grund: Hier braucht es genug Platz für ein modernes Triebwerk, das deutlich größer und stärker ist als jene Motoren, die im Original zum Einsatz kamen. Die Rede ist vom 2,9-Liter-V6-Biturbo, der in Alfa Romeos aktuellen Quadrifoglio-Modellen seinen Dienst verrichtet. Im Emilia GT reproduziert der doppelt aufgeladene Benzinmotor jene 510 PS und maximal 600 Newtonmeter, die auch die aktuelle Giulia QV bietet. Der Einfachheit halber übernimmt Emilia auch direkt dessen ZF-Achtgang-Automatik, die Gangwechsel per Lenkradwippen erlaubt. Die beiden Endrohre der Sportabgasanlage enden zentral im Diffusor.

Den hinterradgetriebenen und etwa 1.250 Kilogramm schweren GT Veloce rüstet Emilia mit einem KW-Gewindefahrwerk aus. Die Dimensionen der Rad-Reifen-Kombinationen lauten: 8,5x19 Zoll und 235/35 vorne sowie 9x19 und 265/35 hinten. Alle Räder sind einzeln aufgehängt; vorne an einer Doppel-Querlenker- und hinten an einer Mehrlenker-Achse. Die Servolenkung arbeitet adaptiv, das Hinterachs-Differenzial wird elektronisch gesteuert, und eine Traktionskontrolle ist aufpreisfrei installiert. Die Hochleistungs-Bremsanlage mit ABS sowie der Kombination aus Sechskolben-Sätteln und 360er-Scheiben vorne und Vierkolben-Zangen samt 350-Millimeter-Scheiben hinten stammt vom Spezialisten Brembo.

Grundpreis? Etwa 400.000 Euro!
Die Leuchten hat Emilia trotz klassischer Optik modernisiert; sie arbeiten nun mit LED-Technik. Auch innen bleibt der GT Veloce mit seinen klassischen Rundinstrumenten nah am berühmten Original. Um jedoch einen zeitgemäßen Komfort zu gewährleisten, ziehen unter anderem eine Klimaautomatik, ein Multimedia-System sowie elektrische Antriebe für Fenster und Spiegel ein. Recaro-Sitze garantieren Sitzkomfort und guten Seitenhalt. Allerdings nur vorne – die Rücksitze entfallen zugunsten einer mit Leder ausgekleideten Gepäckablage. Welche Materialien und Farben im Interieur der Restomod-Giulia verwendet werden, können sich die Kundinnen und Kunden frei aussuchen. Emilia bietet unter anderem eine Auswahl diverser Holz- und Lederarten sowie Aluminium an.

Noch vor dem nächsten Jahreswechsel soll die Produktion des weitgehend in Handarbeit gefertigten Emilia GT Veloce starten. Die Hamburger planen eine Kleinserie von 22 Autos, von denen jedes mindestens etwa 400.000 Euro (mit deutscher Mehrwertsteuer) kosten soll.

FAZIT
Viel bleibt beim Umbau von der Alfa Romeo Giulia GT in den Emilia GT Veloce nicht übrig. Ist das also noch ein echter Restomod? Die Hamburger bejahen dies und betonen, wie wichtig es ihnen ist, ein Originalauto als Basis zu verwenden und nicht nur eine Kopie à la BMW Mini oder VW New Beetle zu erschaffen. Letzteres wäre wahrscheinlich auch aus lizenzrechtlichen Gesichtspunkten schwierig. Zudem gehen sie bei der Emilia Auto GmbH davon aus, dass dank der Papiere des Spenderfahrzeugs die Zulassung auf einigen Märkten einfacher zu erlangen sein dürfte. Und mit Restomod-Status lassen sich sicher auch ein paar Extra-Euros generieren.

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