Oldtimer mieten: So zum Traumklassiker auf Zeit

hace 11 horas - 19 febrero 2026, autozeitung
Oldtimer mieten: So zum Traumklassiker auf Zeit
Schmuckstücke wie einen Mercedes 190 SL oder Ford Mustang für eine Ausfahrt buchen: Das Mieten eines Oldtimers macht es möglich. Wer das Besondere sucht, muss nicht zwangsläufig ein eigenes Fahrzeug besitzen. Doch worauf ist bei der Miete eines Klassikers zu achten? Die AUTO ZEITUNG erklärt die wichtigsten Aspekte von der Auswahl bis zur Versicherung.

Warum einen Oldtimer mieten?
Ein historisches Fahrzeug zu bewegen, ist stets ein emotionales Erlebnis. Für viele Fans ist die Miete die ideale Lösung, um ohne hohes Kaufrisiko in die Welt der Klassiker einzutauchen. Oft schrecken die Angst vor Fehlkäufen, hohe Reparaturkosten oder aufwendige Wartungsarbeiten vom Eigentum ab.

Mietangebote ermöglichen es, jedes Wochenende am Steuer eines anderen Modells zu sitzen, passend zu Wetter und Anlass: heute ein Roadster für den Sommerausflug, morgen ein sportliches Coupé oder für die Hochzeit eine schicke Limousine. 

Die Wahl des passenden Anbieters
Es gibt verschiedene Wege, einen Oldtimer zu mieten. Große Plattformen vermitteln private Fahrzeuge, während spezialisierte Vermietungen einen eigenen Fuhrpark unterhalten.

  • Gewerbliche Vermietung: Professionelle Anbieter bieten eine Auswahl an gepflegten Fahrzeugen. Die Preise liegen hier oft zwischen 200 und 800 Euro pro Tag. Der Vorteil: Professionelle Wartung und klare Übergabeprotokolle.
  • Private Vermittlung: Über Online-Portale lassen sich private Oldies mieten. Hier ist die Auswahl oft größer, die Qualität der Fahrzeuge kann jedoch variieren.
  • Oldtimer-Carsharing: Als Nische existieren Modelle wie das Oldtimer-Carsharing bei Anbietern wie Automobile Meilensteine in München. Hier erwerben Mitglieder für Jahresbeiträge zwischen 3490 und 5388 Euro pro Jahr ein Punktekonto, das sie flexibel für verschiedene Klassiker einlösen (Alle Preise: Stand Februar 2026).

Versicherung, Mindestalter, Fahrpraxis und Einweisung

Anders als beim modernen Pkw ist die Versicherung bei Oldtimern ein kritischer Punkt. Mietinteressierte sollten prüfen, ob eine Vollkaskoversicherung mit angemessener Selbstbeteiligung inkludiert ist. Da ältere Technik bei wechselnden Wetterbedingungen sensibel reagiert, können Schäden schnell teure Rechtsstreite auslösen. Es gilt: Klären Sie vorab, wer bei einem technischen Defekt oder einem Unfall haftet. Ein Oldtimer fährt sich nicht wie ein aktuelles Kfz. Fehlende Servolenkung, unsynchronisierte Getriebe oder eigenwillige Startvorgänge erfordern Übung. Seriöse Vermietungen bieten daher vor der ersten Fahrt eine gründliche Einweisung an. Bei anspruchsvollen Modelle sind oft Probefahrten auf dem Betriebsgelände Pflicht, um die Kundschaft mit den Finessen vertraut zu machen.

 Wer einen Oldtimer mieten möchte, muss meist strengere Kriterien erfüllen als bei einem herkömmlichen Mietwagen. Viele gewerbliche Anbieter setzen ein Mindestalter von 23 oder 25 Jahren voraus. Zudem wird oft eine Fahrpraxis von mindestens drei bis fünf Jahren verlangt. Grund dafür sind die Versicherungsbedingungen: Historische Fahrzeuge sind in der Kaskoversicherung oft an strenge Altersgrenzen der Fahrenden gebunden, um das Schadensrisiko zu minimieren. 

Nutzungseinschränkungen und Dokumentation
Nicht jede Mietvereinbarung erlaubt eine uneingeschränkte Nutzung. Soll der Klassiker für eine Hochzeit, eine Filmproduktion oder eine Rallye genutzt werden, muss dies vorab geklärt sein. Einige Vermietungen untersagen zudem Fahrten ins Ausland oder die Nutzung auf unbefestigten Straßen. Auch das Rauchen sowie die Mitnahme von Tieren im oft empfindlichen Innenraum mit Echtleder oder Velours sind in der Regel untersagt.

Besondere Sorgfalt gilt bei der Übernahme des Fahrzeugs. Da Ersatzteile für Oldtimer oft teuer und schwer beschaffbar sind, führen Vermietungen detaillierte Übergabeprotokolle. Mietinteressierte sollten den Wagen gemeinsam mit dem Personal auf Kratzer, Dellen oder Risse in den Polstern prüfen. Auch der Zustand des Verdecks bei Cabriolets sowie die Funktion der Instrumente sollten dokumentiert werden, um spätere Unstimmigkeiten bei der Rückgabe zu vermeiden.

Checkliste für die Miete
Wer einen Oldtimer mieten möchte, sollte auf folgende Punkte achten:

  • Zustand: Prüfen Sie das Fahrzeug bei der Übergabe auf Vorschäden und halten Sie diese schriftlich fest.
  • Pannenhilfe: Ist ein Schutzbrief vorhanden? Gibt es eine Notfallnummer des Vermieters?
    Kilometerbegrenzung: Viele Tarife enthalten nur eine begrenzte Anzahl an Kilometern.
  • Mehrkilometer können teuer werden.
  • Kraftstoff: Muss der Wagen vollgetankt zurückgegeben werden? Beim Tanken muss auf die richtige
  • Kraftstoffsorte geachtet werden (z. B. Super Plus oder Bleiersatz).
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