So fahren Kinder sicher im Oldtimer mit

21 July 2021 - AutoBild

So fahren Kinder sicher im Oldtimer mit

Kinder im Oldtimer mitnehmen? Das ist oft gar nicht so einfach – zumindest nicht, wenn es für die Kleinen auch sicher sein soll. AUTO BILD gibt wichtige Tipps und verrät, welche Kindersitze geeignet sind.

Die Kinder auf eine Ausfahrt mitnehmen, ein Wochenend-Ausflug im Oldtimer mit der Familie – klingt traumhaft, ist in der Realität aber oft kompliziert. Denn für Kinder im Auto gelten andere Regeln als für Erwachsene. Grundsätzlich gilt in Klassikern wie in modernen Autos die Kindersitzpflicht. Das bedeutet: In Deutschland müssen Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren oder einer Körpergröße von 1,50 Metern gesichert sein. Das heißt: Es muss ein Kindersitz her, der der aktuellen Wachstumsphase des Kindes entspricht. Für Babys also am besten eine Babyschale, für Kinder bis ungefähr vier Jahren idealerweise ein Reboarder entgegen der Fahrtrichtung oder ein vorwärtsgerichteter Folgesitz und für ältere Kinder eine Sitzerhöhung oder besser ein Gruppe-2/3-Kindersitz mit Rückenlehne.

Welche Regeln gelten bei der Mitnahme von Kindern im Oldtimer?
Neben der allgemeinen Kindersitzpflicht, ist die Mitnahme von Kindern im Auto in § 21 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Dabei unterscheidet die StVO vor allem zwischen Kindern, die jünger als drei Jahre sind, und denen, die das dritte Lebensjahr vollendet haben. Je nach Ausrüstung des Oldtimers dürfen die Kinder auf unterschiedliche Weise mitgenommen werden:
- Keine Sicherheitsgurte: In Autos ohne Gurt dürfen Kinder unter drei Jahren nicht mitfahren. Kinder, die drei Jahre oder älter sind, dürfen ungesichert auf der Rücksitzbank Platz nehmen. Empfehlenswert ist das nicht, schließlich wäre das Kind im Ernstfall völlig schutzlos.
- Sicherheitsgurte nur vorn: Dann darf ein Kind auf dem Beifahrerplatz im entsprechenden Kindersitz mitgenommen werden – auch Kinder unter drei Jahren. Wichtig: Der Kindersitz muss für die Verwendung auf dem Vordersitz zugelassen sein, die Angaben dazu liefert der Hersteller.
- Kinder, die mindestens zwölf Jahre alt oder mindestens 1,50 Meter groß sind, fallen nicht mehr unter die Kindersitzpflicht – für sie gelten die gleichen Regeln wie für Erwachsene.

Welcher Kindersitz für Zweipunkt-Gurte?
Während die Sachlage bei Autos ohne Sicherheitsgurt also ziemlich eindeutig ist, wird es bei Autos mit Beckengurt schwierig. Denn hier gilt regulär die Kindersitzpflicht. Das Problem: der passende Kindersitz. Auf dem Markt gibt es kaum noch Hersteller, deren Sitze überhaupt für die Nutzung mit einem Zweipunktgurt zugelassen sind. In Deutschland bietet nur noch Britax Römer aktuelle Kindersitze mit Beckengurt-Zulassung an. Geeignet sind die Modelle Eclipse, Max-Way, Max-Way Plus und Multi-Tech III. All diese Sitze sind Folgesitze, die nach der Babyschale zum Einsatz kommen, also frühestens, wenn das Kind neun bis zwölf Monate alt ist. Danach können sie bis zu einem Alter von etwa vier (Eclipse) bis sechs Jahren (Max-Way, Max-Way Plus, Multi-Tech III) genutzt werden. Wer ein Baby mitnehmen möchte, schaut aber in die Röhre: Eine aktuelle Babyschale, die mit einem Zweipunktgurt befestigt werden darf, gibt es nicht. Auch für ältere Kinder sieht es schlecht aus – einfache Sitzerhöhungen oder Gruppe-2/3-Kindersitze mit Rückenlehne dürfen ausschließlich mit Dreipunktgurt verwendet werden. Ausnahmen gibt es nicht: Können die Kindersitze aufgrund fehlender oder falscher Gurte nicht korrekt eingebaut werden, dürfen
die Kinder nicht mitgenommen werden. Auch nicht, wenn ein entsprechendes Gurtsystem baujahresbedingt beim Auto nicht vorgeschrieben ist.