Klassiker-Käufer fahren auf diese Raritäten ab

il y a 1 semaine, 1 jour - 24 Novembre 2022, AutoBild
Klassiker-Käufer fahren auf diese Raritäten ab
Kompakte Viertürer aus den 1980er-Jahren verteuern sich nur zaghaft. Es sei denn, sie sind besonders selten oder hoch motorisiert – so wie die zweite Generation des Audi 80 oder der BMW 3er E30. Aktuelle Marktanalyse!

Bei kompakten Limousinen aus den 1980er-Jahren zeigt der Klassikermarkt ein gespaltenes Bild. Während brave Allerweltsmodelle, mögen sie auch noch so selten sein, kaum teurer werden, lässt die wachsende Nachfrage nach sportlichen Preziosen deren Preise überproportional steigen.

Nützliches für Oldtimer-Fans

Damit wird die breite Masse zum idealen Testfeld für Klassiker-Einsteiger, die hier für ein paar Tausender einen Helden ihrer Kindheit in gutem Zustand erwerben können. Es geht natürlich auch mehr.

Audi 80 quattro B2 profitiert von der Sonderkonjunktur

Das "Mehr" betrifft vor allem die PS-Zahl, und das bei den üblichen Verdächtigen: Wie so oft im Leben, sind die Leistungsträger der jeweiligen Baureihen oft sehr rar – und stark nachgefragt.

Von der Sonderkonjunktur für sportliche Audi, die Marktbeobachter Classic Data epochenübergreifend registriert, profitieren auch die quattro- und GTE-Versionen der Mittelklassebaureihe Audi 80 B2; sie kosten mehr als doppelt so viel wie "Kassenmodelle".

Mercedes W 201: Stärkster Baby-Benz notiert bereits sechsstellig

Wie stark die Strahlkraft von Topmodellen sein kann, zeigt der Mercedes 190 E 2.5-16 aus der 502-mal gebauten Sonderserie "Evolution". Er stößt als einziger kompakter Viertürer der 80er ins sechsstellige Preissegment vor und hält damit selbst andere Stars der Mercedes-W-201 -Szene wie den 2.3-16, der nur rund ein Viertel kostet, auf Distanz.

Bei der zweiten BMW-3er-Generation kommt Bewegung in den Markt. Ob sich die "Geburtstagspreise", die zuletzt auf Messen aufgerufen wurden, als neuer Standard etablieren, bleibt abzuwarten. Tatsache ist aber, dass gepflegte 3er mit geringer Laufleistung zuweilen auch oberhalb der "offiziellen" Notierungen weggehen.

Bei einigen Modellen (Opel Ascona oder Alfa Nuova Giulietta) dürfte das versachlichte Design nachfragedämpfend wirken. Und bei Japanern werden die nächsten Jahre zeigen, ob das zunehmende Käuferinteresse, das aktuell vor allem Coupés und Exoten teurer werden lässt, auch die (nicht minder raren) Limousinen erfasst.

Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution

Die teuerste Baureihe unter den der 80er-Raritäten: Etwa 101.000 Euro müssen all jene investieren, die für den geflügelten Teufel Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution etwas übrig haben. Die sportlichen Evolution-Modelle der "Baby-Benz"-Baureihe sind heiß begehrt. Schon der 195 PS starke Evo I notiert sechsstellig. Fast doppelt so viel wert ist der noch üppiger beflügelte Nachfolger Evo II (235 PS) von 1990 (Preiskalkulation für ein Fahrzeug im Zustand 2).

Audi 80 B2

Die zweite Generation zieht im Preis stark an: Zwei Jahre nach Subaru hatte ab 1982 auch Audi Limousinen mit vier angetriebenen Rädern im Programm. Die sportliche GTE-Ausstattung war aber erst ab 1985 mit quattro-Technik kombinierbar. Nach jahrelangem Schattendasein rückt der 1978 vorgestellte zweite Audi 80 nun in den Fokus der Lieb­haberszene.

Auch Brot­-und­-Butter­-Modelle des Audi 80 B2 werden teurer, am kräf­tigsten steigen jedoch die quattros und die ab 1983 angebotenen GTE­-Versionen. 1985/86 waren perma­nent­er Allrad und Sport­-Trimm mit­einander kombinierbar; wer heute eine der seltenen Limousinen er­gattern will, zahlt rund 80 Prozent mehr als vor sechs Jahren. Preislich liegen die (stets nur vierzylindrigen) GTE im Zustand 2 gleichauf mit den Fünfzylin­der­-quattros.

Honda Accord 2

Honda-Schiff in ruhigem Fahrwasser: Wachsendes Käuferinteresse führt bei japanischen Klassikern verbreitet zu steigenden Preisen. An der zweiten Generation des Honda Accord ist der Boom bislang jedoch spurlos vorübergegangen. Mit Limousinen muss die Szene vielleicht erst noch warm werden, Potenzial ist da.

Opel Ascona C

Fremdeln mit dem Frontantrieb: Frontantrieb und Quermotoren finden Fans des opel Ascona C offenbar unsexy. Die dritte und letzte Generation ist wenig gefragt, Durchschnittsexemplare verteuerten sich nur um wenige Hundert Euro. Am begehrtesten sind besser ausgestattete Modelle wie "Berlina" oder "CD"; weit über 5000 Euro dürften die Preise erst mal nicht steigen.

Maserati 425

Folgekosten-Furcht dämpft die Kauflaune: Die Maserati Biturbo aus den 80ern gelten als legendär unzuverlässig und sind im Unterhalt ruinös teuer. Das erklärt sowohl die niedrigen Einstiegspreise als auch den geringen Wertzuwachs. Auch beim viertürigen Maserati 425 sind die Käufer vorsichtig. Furchtlose Fans kommen daher auch weiterhin günstig zum Zug.

BMW 3er E30

Warten auf den Geburtstags-Effekt: Der zweite BMW 3er wird 40. Wie auf den Frühjahrsmessen deutlich wurde, hoffen Anbieter verbreitet auf einen "Geburtstagseffekt" und pokern bei den Preisen hoch. Diese stiegen bei guten Autos zuletzt stetig, während mittelprächtige stagnierten – klares Indiz für eine qualitätsbewusste Käuferschaft.

Peugeot 309 (1987-91)

Der Günstigste: Der 4,05 Meter kurze Viertürer verpasste die Chance, Liebhabern aufzufallen. Abwrackprämie und Export nach Afrika dünnten den Bestand frühzeitig aus. Nur die starken GTi-Modelle (120 PS, 4400 Euro) haben Aussicht auf Wertsteigerung. Schlichte Ausführungen notieren im Zustand 3 (fahrbereit) bei um die 1100 Euro.

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