US-Camper mit BMW-6-Zylinder im Heck

8 Juillet 2021 - auto motor sport

US-Camper mit BMW-6-Zylinder im Heck

Flach genug für eine Garage und weniger als 10 Liter Verbrauch: Der Vixen 21 sollte das Wohnmobil der Zukunft sein, wurde aber zur Pleite.

Vixen, amerikanisch für Füchsin, ist der Name eines ungewöhnlichen US-Wohnmobils, das 1986 auf den Markt kam und im Grunde heute noch modern wirkt. Ein Beispiel: Das Layout mit festem Doppelbett im Heck, seitlicher Küche und gegenüberliegendem Bad entspricht aktuellen Kastenwagen-Ausbauten auf Sprinter- oder Ducato-Basis.

Turbodiesel von BMW im Heck

Der längs im Heck eingebaute Motor erinnert wiederum an den VW Bulli, eine beliebte Basis für Camper von Westfalia. Der Motor unter dem Bett hat gleich mehrere Vorteile: Das Auto kann kürzer und flacher gebaut werden, der Motor bleibt akustisch im Hintergrund und der Unterboden kann aerodynamisch günstig gestaltet werden. Im Vixen 21 TD ist ein 2,4-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel der Baureihe M21 von BMW mit 115 PS Leistung eingebaut, wie er einst im BWM 524 td debütierte.

Cw-Wert von 0,29

Das Fünfgang-Schaltgetriebe kam von Renault, andere Komponenten wie die Achsen von einem GM-Transporter. Die Kunststoffkabine und den Stahlrahmen baute Vixen selbst. Leer wiegt das 6,26 Meter lange und 2,15 Meter breite Wohnmobil gerade mal 2,1 Tonnen. Dazu kommt ein günstiger Cw-Wert von 0,29. Tatsächlich waren die Erbauer mit einem Modell im Windkanal. Denn der Vixen sollte weniger als zehn Liter je Kilometer verbrauchen. Bei 88 km/h – dem typischen Tempolimit auf US-Highways – kam der Camper sogar mit weniger als acht Litern je 100 Kilometern aus. In einem Youtube-Video ist außerdem zu sehen, wie ein Vixen 21 TD auf 170 km/h beschleunigt.

Wegen des niedrigen Schwerpunkts und der breiten Spur gilt der Vixen als außerordentlich gut liegendes Wohnmobil. Im Verkauf ging es leider nicht so gut: Nur 376 TD wurden bis 1989 gebaut. Auch eine Version mit V6-Benziner und Automatikgetriebe half dem Absatz nicht mehr auf die Sprünge; nach drei Jahren und 587 Exemplaren war Schluss.

Aktuell steht einer zum Verkauf

Ab und zu wird eins verkauft – so wie aktuell auf Facebook Marketplaces. Das angebotene Exemplar wurde in den vergangenen drei Jahren restauriert und in Alpinweiß lackiert – einer BMW-Farbe. Leider fehle eine Radkappe, bedauert der Verkäufer. Ansonsten sei der Camper in einem guten Zustand. Die Liste der erledigten Arbeiten ist lang und detailreich. Ein paar Mängel listet der Verkäufer ebenfalls auf – mit dem Hinweis, sie noch beheben zu wollen. Größtes Hindernis für europäische Interessenten dürfte der Standort sein: Der Camper steht in der Nähe von Austin. Texas. Doch eine Vixen 21 TD findet man nicht so oft.

Dieses Wohnmobil löste Probleme, die US-Kunden nicht hatten: Die wenigsten von ihnen dürften sich für höhere Reisegeschwindigkeiten, niedrigeren Verbrauch und gute Straßenlage interessiert haben, könnten aber mit der überschaubaren Höhe, die Stehen im Innenraum schon ab 1,75 Meter schwierig machte, Probleme gehabt haben genauso wie mit der dürftig aussehenden Bodenfreiheit und der vermutlich schwierig darstellbaren Anhängekupplung.

Für Europäer könnte der Vixen noch heute spannend sein – vorausgesetzt, die Passagiere sind nicht allzu groß.