12 Klassiker für unter 15.000 Euro

17 Março 2022 - auto motor sport

Chrysler Le Baron

Die Oldtimer Galerie Toffen versteigert am 26. März während ihrer Frühjahrsauktion ein Dutzend Oldtimer und Youngtimer zu bezahlbaren Preisen. Unter den Schnäppchen-Klassikern finden sich ein US-Cabrio, ein wenig gefahrener Mercedes und ein Auto aus einem Krimi.

Auktionen wie jene in Amelia Island, die kürzlich stattfand, sind immer für Rekorde gut: Anfang März versteigern dort große Auktionshäuser Oldtimer, für die Sammler Millionen bezahlen. Solche Hochpreis-Klassiker sind bei den Versteigerungen der Oldtimer Galerie Toffen eher die Ausnahme. Zwei Mal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – kommen in der Nähe von Bern oft auch bezahlbare Youngtimer unter den Hammer. Manchmal sind sogar echte Schnäppchen möglich. In der Frühjahrsauktion, die am 26. März in Toffen stattfindet, sind etwa ein Dutzend Klassiker dabei, deren Schätzwerten unter 15.000 Euro liegen. Einige davon werden ohne Limit angeboten. Das bedeutet: Sie werden verkauft, sobald ein Gebot vorliegt – egal in welcher Höhe.

Chrysler Le Baron Cabriolet 3.0 V6

Gleich das erste Auto in der Auktion, ein Chrysler Le Baron Cabriolet, könnte eine interessante Gelegenheit werden. Der offene Zweitürer mit den typischen Klappscheinwerfern ist in einem fröhlichen Türkismetallic lackiert und stammt offenbar aus behütetem Vorbesitz. Die Kilometerleistung – 74.500 Meilen (119.200 km) – liegt niedrig, der Schätzwert leider nicht: 5.000 bis 10.000 Schweizer Franken (4.880 bis 9.750 Euro) liegt oberhalb des von Classic Analytics angesetzten Werts für ein Le Baron Cabrio mit dem Dreiliter-V6 von Mitsubishi. Dafür wird der Viersitzer ohne Limit versteigert.

Fiat 500L
Auch das nächste Los, ein Fiat 500L von 1970, wird ohne Limit versteigert. Der Kleinwagen mit 18 PS starkem Zweizylinder im Heck soll selbstbewusste 12.000 bis 15.000 CHF (11.700 bis 14.625 Euro) kosten. Er hat nach Angaben des Auktionshauses im Rahmen einer älteren Restaurierung Räder und Innenausstattung seines Nachfolgers 126 erhalten. Den orangen Lack bekam er später bei einer Neulackierung. Ganz original ist dieses italienische Volksauto also nicht.

Mercedes 190E 2.3

Der 1982 vorgestellte Baby-Benz kommt ins Schwabenalter: Vor 40 Jahren zettelte Mercedes mit dem "Baby-Benz" eine kleine Revolution an: Neben dieser schlichten und aerodynamisch effizienten Limousine im zeitlosen Stil des Designers Bruno Sacco wirkte ein W 123 plötzlich etwas ältlich. Der 190/190E war klares Stilvorbild für den W 124 und hatte mit der neu konstruierten Raumlenkerachse eine "Hinterachse, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat", wie auto motor und sport zur Vorstellung bemerkte. Obwohl die in Bremen gebaute Baureihe legendär haltbar und zuverlässig ist, sind richtig gute 190er selten geworden.

Dieser hier hat 77.500 Kilometer auf dem Tacho, im Abgaswartungsdokument und im Serviceheft stehen. Die Ausstattung ist mit Automatikgetriebe, Radio, Schiebedach und Automatischem Sperrdifferenzial nicht üppig, aber attraktiv. Dazu kommt die harmonische Kombination aus Impala Metallic und Stoff creme im filigranen Muster der ersten Serie vor dem Facelift. Ausstattung, Kilometerstand und die seltene 2,3-Liter-Version des M102-Vierzylinders führen zu einer selbstbewussten Preisansage von 15.000 bis 18.000 CHF (14.625 bis 17.550 Euro). Für dieses Geld dürfte es auch gerne ein 2.6 sein.

Subaru XT 1800 Turbo 4WD

Mit Allradantrieb im Personenwagen (zuschaltbar, ab 1972 im Leone Station Wagon) etablierte sich Subaru als Marke der Wahl für Bewohner bergiger Gegenden mit Schneegarantie. Die L-Serie war ab 1980 auch in Deutschland präsent und war vor allem als Kombi beliebt. Typisch für die Marke sind bis heute die Boxermotoren. Stilistische Extravaganz gehört nicht zum Markenkern, wird aber immer wieder beiläufig mit großer Konsequenz betrieben. Ein Beispiel: Der SVX, Anfang der Neunzigerjahre mit Sechszylinder-Boxermotor, opulenter Ausstattung und Glaskuppel-Greenhouse als Alternativ-Angebot zum Etablierten gedacht. Ein paar Jahre eher und eine Klasse tiefer war dies ab 1985 die Rolle des XT Coupé. Der Zweitürer mit Klappscheinwerfern und Stummelheck hatte einen Turboboxer mit 120 PS unter der kantigen Haube, ein höhenverstellbares Fahrwerk und einen Zuschaltallrad, der auf Knopfdruck die Hinterachse am Vortrieb beteiligte.

Bei der Oldtimer Galerie Toffen kommt ein Exemplar unter den Hammer, das eine Rolle als Filmauto in der vierten Staffel der Schweizer Krimiserie "Wilder" hatte. Mit 169.000 Kilometern und lückenlosem Serviceheft sucht das 1991 erstmals zugelassene Coupé nun einen neuen Besitzer. Der Schätzpreis liegt bei 8.000 bis 12.000 CHF (7.800 bis 11.700 Euro), versteigert wird ohne Limit.

Vorbesichtigen und Mitbieten: So geht’s

Interessenten können die angebotenen Autos und Motorräder ab Samstag, 19. März vorab besichtigen. Das ist auch am Auktionstag selbst bis zum Versteigerungsbeginn um 13:30 Uhr möglich. Der Eintritt für Zuschauer kostet am Auktionstag 20 Euro, für 40 Euro gibt es einen Katalog und eine Leihkelle zum Mitbieten. Der Katalog kann für 40 Euro auch separat beim Auktionshaus bestellt werden; es gibt ihn auch kostenlos zum Download. Wer ein ersteigertertes Auto nach Deutschland einführen möchte, bezahlt 7% Einfuhrumsatzsteuer, wenn es älter als 30 Jahre ist. Ansonsten kommen 19% Mehrwertsteuer obendrauf. Die Steuer wird vom Kaufpreis berechnet, der sich aus dem Höchstgebot und dem Aufgeld für das Auktionshaus zusammensetzt. Die Oldtimer Galerie Toffen berechnet 12% Zuschlagpreis und tritt als Vermittler auf – für Mängel am Auto haftet sie nicht. Wer nicht nach Toffen fahren möchte, kann auch telefonisch, per vorab eingereichtem schriftlichem Gebot oder online mitbieten. Letzteres ist unter www.invaluable.com oder www.swissauctioncompany.com möglich.

Schnäppchen und Seltenes bei der Frühjahrsauktion der Oldtimer Galerie Toffen. Die Bandbreite des Angebots reicht selbst für 15.000 Euro vom hundertjährigen Hudson Super Six bis zum Achtzigerjahre-Individualisten Subaru XT. Ein guter Service sind die vorab einsehbaren Videos und Unterbodenfotos – das macht das Einschätzen des Zustands leichter.

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